Die Cyanotypie ist ein auf Eisen basierendes fotografisches Edeldruckverfahren, welches 1842 vom englischen Astronom und Naturwissenschaftler Sir John Herschel entwickelt wurde.
Bekannt wurde das Verfahren allerdings erst durch die britische Naturwissenschaftlerin Anna Atkins, die Farne und andere Pflanzen mit diesem Verfahren dokumentierte.
(Quelle: https://www.hochschulgruppe.uni-stuttgart.de/photo-ak/projekte/cyanotypie/)
Das erste Mal gesehen und gehört habe ich davon in unserer Ausbildung zur Kräuterpädagogin. Es hat mich sofort fasziniert und wollte es unbedingt ausprobieren.
Nun habe ich endlich die Zeit gefunden, es zu testen. Ich habe mir in einem ortsansässigen Fachgeschäft in Bamberg die Grundsubstanzen bestellt.
Das sind zwei Fläschchen mit Pulvern. Zum einen ist das Kaliumhexacyanidoferrat(III) (Rotes Blutlaugensalz) und grünes Ammoniumeisen(III)citrat. Diese Pulver mischt man nach Anleitung mit Wasser. Zuerst jedes Pulver für sich und wenn es aufgelöst ist, kommen beide Flüssigkeiten in ein Behältnis. Wenn diese gut vermischt sind, kann man die Flüssigkeit schon auf Aquarellpapier dünn mit einem Pinsel auftragen. Diese Mischung ist lichtempfindlich und bildet unter UV-Einwirkung den wasserunlöslichen Farbstoff Preußisch Blau.
Wichtig ist, dass die Flüssigkeit vor UV-Licht geschützt, aufbewahrt wird.
Nun beschichtet man Aquarellpapier, Holz, Kleidungsstücke, etc. mit der Flüssigkeit. Immer noch darauf achten, dass dies ohne UV-Licht Belichtung geschieht! Am besten in einer Dunkelkammer oder gut abgedunkelten Raum. Ich habe eine Stirnlampe mit einer roten Lichtfunktion benutzt.
Dann kann man das Papier gestalten. Das heißt, man legt getrocknete, gepresste Pflanzen darauf oder Schablonen. Die Bereiche, die durch die Schablonen unbelichtet bleiben, bleiben weiß und der Rest bekommt ein wunderschönes preußisch Blau. Nach ca. 10 bis 30 Min, je nach Sonneneinwirkung, wird das Papier in reichlich Wasser ausgewaschen. Also ca. 10 min. ins Wasser legen und immer mal etwas bewegen. Notfalls auch mal das Wasser austauschen. Dann sollte man die Bilder zum Trocknen im Schatten aufhängen. Bei Bedarf danach beschweren, damit sich das Papier nicht wellt.
Damit stellt ihr euch individuelle Bilder her!
In 2026 wird es Kreativ-Workshops geben, bei dem ihr diese Methode ausprobieren könnt!
Ich freue mich schon darauf!
Eure Andrea









